Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen

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Übersicht der Fusionen im
Kanton Freiburg

Übersicht alle Fusionswappen

Kriterien für die Wertung

 

 

Gemeindefusion im Kanton Freiburg: Prez

Ab dem Jahr 2020 sind die drei Gemeinden Corserey, Noréaz und Prez-vers-Noréaz unter dem neuen Namen Prez vereinigt:

 

 

 

Corserey

Corserey gehörte lange Zeit zum Einflussbereich
der Herren von Belp-Montagny. 1525 wurde
Corserey eine unabhängige Landvogtei und
übernahm Wappen der Belper Linie. Später
wurde das Wappen von der politischen
Gemeinde weitergeführt.

 

 

Noréaz

Noréaz gehörte immer zur Pfarrei von
Prez-vers-Noréaz. Die Gemeinde übernahm
deshalb das Wappen der einstigen Herren
von Prez, ergänzte es mit drei Muscheln, dem
Attribut des Heiligen Jakobus dem Älteren.
Die 1635 errichtete Kapelle ist dem Heiligen
Jakobus geweiht und die Gemeinde liegt am
Jakobs-Pilgerweg nach Santiago de
Compostela.

 

 

 

Prez-vers-Noréaz

Anlässlich der Landesausstellung von 1939
in Zürich übernahm Prez-vers-Noréaz das
einstige Wappen der Herren von Prez
unverändert als Gemeindewappen.

 

 

 

 

Prez

 

 

Bis 2003 gab es ausser der Gemeinde Prez-vers-Noréaz noch die Gemeinde Prez-vers-Siviriez. Letztere ist jetzt mit weiteren in Siviriez eingemeindet. Da Prez-vers-Noréaz etwa so viele Einwohner umfasst wie die Corserey und Noréaz zusammen, benützte man offensichtlich die Gelegenheit, beim Gemeindenamen auf den Zusatz zu verzichten. Da die bisherige Gemeinde Prez-vers-Noréaz das Wappen der einstigen Herren von Prez führte, hätte man dieses Wappen unverändert übernehmen können.

Wie bei vielen andern Fusionen wollten alle Beteiligten auch im neuen Gemeindewappen mit einem Motiv oder wenigstens mit den Farben vertreten sein. Dieser Wunsch ist verständlich. Man hat das Gefühl, sonst „etwas zu verlieren“. Aber die bisherigen Wappen können und sollen von den Vereinen und von Privaten weiter verwendet werden als Identifikation für ihr Dorf.

Wappen, die aus Elementen anderer gebildet wurden, wirken in vielen Fällen überladen. Am einfachsten ist die Weiterführung des Wappens der grössten Gemeinde, besonders dann, wenn auch der Name nicht geändert wird. Im vorliegenden Fall ist weder eine zusätzliche Figur noch Farbe hinzugefügt, sondern nur ein Feld weiter aufgeteilt worden. An der Symmetrie hat sich nicht viel geändert. Aber farblich ist das Wappen wegen der Farbe Rot doch aus dem Gleichgewicht geraten. Das Wappen weist durch diesen Eingriff eine neue, heraldisch zulässige Feldaufteilung auf, die aber eher selten vorkommt.

 

Blasonierung:

Geteilt und halb gespalten von Gelb, Blau und Rot; Feld 1: aus der Teilungslinie wachsender roter Löwe, Felder 2 + 3: belegt mit drei weissen Muscheln (2,1).

 

Wertung: Befriedigend 

 

Zur nächsten Gemeindefusion: Rapperswil-Jona SG (alphabetisch innerhalb der Schweiz)

Zur nächsten Gemeindefusion: Sâles (Gruyère) FR (alphabetisch innerhalb des Kantons Freiburg)

Zur nächsten Gemeindefusion:  Rapperswil-Jona (innerhalb der Bewertungsstufe "befriedigend")



Exkurs: Seltene Schildteilungen

Die Heraldik bietet neben den bekannten Schildteilungen noch folgende an:

 

         
Hinwil ZH
halb gespalten und geteilt
Kanton Graubünden Prugiasco TI Maracon VD
geteilt und halb gespalten
Coldrerio TI
         
Witterswil SO
gespalten und halb geteilt
Mézières FR
halb geteilt und gespalten
District La Vallée VD
Göpelteilung
Fenin-Villars-Saules NE
Deichselteilung
Maseltrangen
(Schänis SG)

 

Hinwil führt das Wappen ihrer einstigen Herrscher, den Herren von Hinwil, bekannt seit 1355. Das Bündner Kantonswappen setzte sich aus den Wappen
der alten Drei Bünde zusammen: Oberer Bund, Zehngerichtenbund und Gotteshausbund. Die Gemeinde Prugiasco zeigt in ihrem Wappen das der
Landvogtei Leventina, das des Bezirks Blenio und die Kirche von Negrentino. Die Wappen von Maracon und Mézières sind Fusionswappen und wurde
damals von uns mit „befriedigend“ und „schlecht“ bewertet. Der ehemalige Bezirk La Vallée fasste die Wappen der Gemeinden L’Abbaye, Le Lieu und
Le Chenit zusammen. Die Gemeinden Fenin, Villars und Saules vereinigten sich bereits 1888. Maseltrangen ist eine Ortsgemeinde innerhalb der politischen
Gemeinde Schänis.