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Übersicht der Fusionen im
Kanton Tessin

Übersicht alle Fusionswappen

Kriterien für die Wertung

 

 

Gemeindefusion im Kanton Tessin: Lema

Ab dem Jahr 2025 sind die fünf Gemeinden Astano, Bedigliora, Curio, Miglieglia und Novaggio unter dem neuen Namen Lema vereinigt:

 

 

 

Astano

Eine alte Flagge zeigt eine Ziege und erinnert an die einstigen Herden, die auch den Spitznamen "Cavri"  (= Ziegen) einbrachte. Die beiden Münzen beziehen sich auf die Goldminen, die 1785 erwähnt wurden.

 

 

Miglieglia

Das Wappen bezieht sich auf die charakeristische Vegetation der Region mit den zahlreichen Eichen, Walnuss- und Kastanienbäumen.

 

 

 

Bedigliora

Das überlieferte Wappen spielt auf die Spitznamen der Bevölkerung der Region an:
"Ciod" (= Nägel) und bezieht sich Einwohner von Bedigliora, "orock" (=Krallen) auf die Einwohner des Weilers Banco. Das Wappen findet sich am Rathaus und auch an anderen Gebäuden.

 

 

Curio

Das Wappen leitet sich vom Spitznamen "Lüf"
 (= Wolf) ab. Die ältesten Wappen ist am Brunnen am Marktplatz (1855) und auf der Flagge der Kapelle zu sehen.

 

 

Novaggio

Die Sonne verweist auf das günstige Klima der Gegend. Die Elster spielt auf den Spitznamen der Einwohn er an, denn disese geltan als besonders gesprächig.

 

 

 

 

Lema

 

 

Die Gemeinde schrieb für das Wappen einen öffentlichen Wettbewerb aus. 73 Teilnehmer reichten ihre Vorschläge ein, die von einer Jury bewertet wurden. Die besten drei Vorschläge wurden den Einwohnern zur Wahl vorgelegt. Mit Abstand erhielt dias Wappen "Die Schwalbe zwischen Himmel und Natur" am meisten Stimmen.
Das gewählte Wappen symbolisiert den Aufstieg zum Monte Lema, einem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Region. Nach diesen benennt sich die fusionierte Gemeinde. Die Farben beziehen sich auf die üppige Natur und das günstige Klima. Die Sterne sind eine Hommage an die fünf Gründungsdörfer. Die das Wappen dominierende Schwalbe soll die Verbundenheit zur Heimat und auch die Gleichheit der Bürger symbolisieren.

Die Jury hat drei Wappen auserkoren und die Einwohner haben davon das Beste ausgwäht. Es ist grafisch sehr gut gestaltet. Die heraldischen Regeln sind nicht grundsätzlich verletzt, aber doch leicht strapaziert. Nach den Regeln sollten die Figuren (Schwalbe und Sternen-Reihe) in der Schild- bzw. der Feldmitte platziert sein. Für die grafische Ausgewogenheit sind die Schwalbe und auch die Sternenreihe etwas verschoben.

Im Vergleich mit den meisten Fusionswappen im Tessin überzeugt es ausgezeichnet. Interessant ist die "Rückwärts-Orientierung", die sicher nicht absichtlich gewählt wurde. In der Heraldik entsprechen "links" und "rechts" nicht der allgemeinen Gewohnheit, sondern auf das Objekt (das Wappen) bezogen. Bei einem Fahrzeug, das hauptsächlich für die Vorwärtsbewegung konstruiert ist, spricht man ganz klar von der linken und rechten Seite, unabhängig von welcher Seite aus man hinschaut. Im Mittelalter, also zur Entstehungszeit der Wappen, wurde der Schild links und die Lanze oder das Schwert rechts getragen. Somit war es logisch, dass die Tiere auf dem Schild (= Wappen) ebenfalls vorwärts schreiten, also in den Kampf.

 

Blasonierung:

Schräglinks geteilt von Gold und Grün, belegt von einer schwarz-weissen, nach links fliegenden Schwalbe über fünf goldenen, fünfstrahligen Sternen, schräglinks angeordnet.

 

Wertung: Gut 

 

Zur nächsten Gemeindefusion: Lengwil TG (alphabetisch innerhalb der Schweiz)

Zur nächsten Gemeindefusion: Maggia TI (alphabetisch innerhalb des Kantons Tessin)

Zur nächsten Gemeindefusion: Lohn-Ammannsegg SO (innerhalb der Bewertungsstufe "gut")


Exkurs: Die Vogelwelt (Ornithologie) in der Heraldik


Die Vogelwelt ist mit ihren Arten in den schweizerischen Gemeindewappen sehr gut vertreten.

 Nach dem Löwen ist der Adler das am häufigsten gewählte Wappentier. Der Adler ist in der Schweiz auf 90 Gemeindewappen vertreten. Im alten
 Griechenland und im Römischen Reich galt der Adler als Ausdruck der Unsterblichkeit der menschlichen Seele und der irdischen Macht. Im Wappen-
wesen unterlag der Adler einer starken Stilisierung. Er wird auffliegend und von vorne, den Kopf zur Seite gewendet, dargestellt.


Copyrihgt: Wolfram Riech

Da man im Mittelalter dem Adler vorzügliche Eigenschaften nachrühmte, nahmen ihn bald viele Fürsten zu ihrem Wappenbild, z. B. die deutschen Könige,
die Herzöge von Bayern, Schlesien und Österrreich, die Könige von Polen, die Grafen von Tirol und die Markgrafen von Brandenburg. Eine besondere
Form ist der Doppeladler mit zwei Köpfen. Ab 1410 nahm der römisch-deutsche Kaiser den Doppeladler als Wappenbild an. Der Doppeladler galt seither
bis zur Auflösung 1806 als Symbol des Reiches. In dieser Funktion wurde das Adlerwappen über die Wappen der eidgenössischen Stände gesetzt, zum
Zeichen der Reichsunmittelbarkeit. Der Doppeladler wurde aber auch von der Republik Österreich bis 1938 verwendet. Ebenso führten ihn die russischen
Zaren als Rechtsnachfolger der byzantinischen Herrscher im Wappen (Gert Oswald, Lexikon der Heraldik, 1984, Seite 25).

 

       
Kirchberg SG
Meiringen BE
Schlatt ZH
Aigle VD
Courrendlin JU
   
Habkern BE
Gruyères FR
Boniswil AG
Vella GR
(2013 zu Lumnezia)
Bütschwil SG
(2013 zu Bütschwil-Ganterschwil)
Oberentfelden AG
Oetwil am See ZH
Gänsbrunnen SO
(2021 zu Welschenrohr-Gänsbrunnen)
Gampelen BE
Vellerat JU
(2019 zu Courrendlin)
Finsterhennen BE
Enges NE
(2025 zu Laténa)
Einsiedeln SZ
Agriswil FR
(2005 zu Ried bei Kerzers)
Ganterschwil SG
(2013 zu Bütschwil-Ganterschwil)
Montpreveyres VD
Sorengo TI
Chardonne VD
Corcelles-sur-Chavornay VD
(2017 zu Chavornay)
Montagnola TI
(2004 zu Collina d'Oro)
Pfäfers SG
Colombier NE
(2013 zu Milvignes)
Faoug VD
Essertes VD
Wattenwil BE
Kirchberg SG:
Übernahme des ursprünglichen Wappen der Grafen von Toggenburg, das 1303 durch die "Dogge" im Schildbild ersetzt wurde. Auf dem Gebiet der Gemeinde
Kirchberg befindet sich der Stammsitz des Geschlechtes, die heutige Ruine "Alt-Toggenburg". Die Wappensymbole Löwe und Adler symbolisieren
Kühnheit und Kraft (Löwe) sowie Zähigkeit (Adler) als Charaktereigenschaften.

Meiringen BE
Übernahme des Wappens des Amtsbezirks Oberhasli. Meiringen ist der Hauptort dieses Amtsbezirks. Das Symbol der Reichsfreiheit, der gekrönte Adler,
erscheint bereits auf einem Siegel des Reichslandes Hasli von 1296.

Schlatt ZH
Die Gemeinde führt das Wappen der Herren von Schlatt, die seit 1180 als kyburgisch-habsburgische Dienstleute bis um 1300 den Burgturm in Unterschlatt
bewohnten und im 14. Jahrhundert auf der Moosburg bei Effretikon hausten. Der älteste Nachweis des Wappen ist ein Siegel an einer Urkunde von 1270.
Die älteste farbige Darstellung ist auf der um 1340 entstandenen Zürcher Wappenrolle zu sehen.

Aigle VD
Dieses redende Wappen mit Bezug zum Namen (aigle = Adler) lässt sich bis in 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Verwandtschaft zun den Wappen
savoyischer Beamten ist spekulativ. Deren Motto lautete "Es fliegt geradeweg zum Ziel mit Wissen und Gerechtigkeit".

Courrendlin JU
Das Wappen zeigt einen Falken. Im Mittelalter gehörte die Beizjagd mit abgerichteten Greifvögel, hauptsächlich Falken, zu den feudalen Jagdvergnügen.
Friedrich II verfasste zwischen 1241 und 1248 ein Lehrbuch über die Falknerei, das noch heutigen Ansprüchen genügt. Die Gemeinde übernahm das
Wappen der Edlen von Courrendlin 1944.

Habkern BE
Das Wappen zeigt einen Habicht in natürlicher bzw. unheraldischer Darstellung. Das Motiv bezieht sich auf den Gemeindenamen und ist somit redend.
Die älteste bekannte Darstellung findet sich auf einer gamalten Scheibe von 1674.

Gruyères FR
Der Kranich (auf französisch "grue") ist das redende Wappenmotiv und geht auf die Grafen von Greyerz (11. Jahrhundert - 1555) zurück.
Das Wappentier, der Kranich, ist auf 20 Gemeindewappen vorhanden. Siehe Exkurs bei der Fusion von Bas-Intyamon: LINK

Bonsiwil AG
Das Wappen zeigt eine Sumpfschnepfe. Die älteste Darstellung mit der Schnepfe ist auf einem Gemeindesiegel von 1811 zu sehen. Boniswil liegt
am oberen Ende des Hallwilersees und ist damit auch ein Gebiet mit einer reichhatigen Vogelwelt.

Vella GR
Das Wappen zeigt einen Pelikan, der drei Junge füttert. Der Pelikan, der mit dem Schnabel seine Brust zerfleischt um mit seinem Blut die Jungen zu
füttern, ist ein Synbol für den Opfertod Christi, vielfach aber auch als solches für die christliche Kirche überhaupt. Das Wappen verweist auf die alte
Kirche zu Pleif, die Mutterkirche für die ganze Talschaft Lugnez.

Bütschwil SG
Das Wappen zeigt zwei sich umschlingende Schwanenhälse. Die Gemeinde übernahm 1920 das Wappen der Herren von Holzhausen, Ministerialen der
Grafen von Toggenburg im 14. und 15. Jahrhundert.

Oberentfelden AG
Das Wappen zeigt eine schwimmende Ente. Die mittelalterliche Bezeichnung Endiveld bedeutet "die Lage des Dorfes am Ende des Feldes". Damit war
aber für eine bildliche Symbolik wenig anzufangen. Damit behalf sich der Volksmund mit dem Fantasienamen "Entenfeld" und so kam die Ente ins Wappen.
Erstmals erscheint das Wappenmotiv 1793 auf drei Abendmahlkannen.

Oetwil am See ZH
Der Storch ist heute nur noch am benachbarten Lützelsee und am Greifensee regelmässiger Gast, war es aber in früherer Zeit wohl auch am Zürichsee.
Weder bei der Abtrennung von der Mutterkirche Egg (1776) noch bei der Loslösung von der politischen Gemeinde Stäfa (1794/95) legte sich Oetwil ein
Wappen zu. Erst nach 1836 erscheint ein bescheidenes Störchlein unter dem Zürcher Schild auf dem Gemeindesiegel. Um die Jahrhundertwende kommt
der Storch in voller Grösse in den Gemeindestempel.

Gänsbrunnen SO
1941 wählte Gänsbrunnen ihr redendes Wappen: Drei Gänse.

Gampelen BE
Die Rohrdommel, "Moostier" genannt, ist der charakteristische Vogel des Grossen Mooses. Dieses Motv wird schon 1780 für Gampelen erwähnt.

Vellerat JU
Vellerat, das vor der Kantonsgründung zum Kanton Bern gehörte, zeigt einen Hahn im Wappen. Dieser ist eine Anspielung auf den Spitznamen
"Poulants" und bedeutet so viel wie junge Hähne.

Finsterhennen BE
Die Gemeinde führt eine schwarze Henne im Wappen. Dieses redende Wappen wurde schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts verwendet. Das heutige
Wappen wurde 1938 eingeführt.

Enges NE
Der Auerhahn und die Landschaft im Wappen beziehen sich auf die Topografie und Fauna der Region. Das Wappen wurde 1889 eingeführt.

Einsiedeln SZ
Die zwei schwarzen Raben stammen aus dem Klosterwappen, das rote Schildfeld bezieht sich auf die Zugehörigkeit zum Kanton Schwyz. Gemäss der
Gründungsgeschichte des Klosters zog der Reichenauer Eremit Meinrad in die Gegend des heutigen Klosters. 861 wurde er von zwei Landstreichern
erschlagen. Meinrad soll gemäss der Legende zwei zahme Raben gehalten haben, die den Mördern bis nach Zürich folgten, wo sie der Gerichtsbarkeit
übergeben wurden. In der Mitte des 13. Jahrhunderts fanden die beiden Raben Eingang ins Klosterwappen.

Agriswil FR
Das Wappen mit der Elster ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Über Herkunft und Bedeutung ist nichts bekannt.

Ganterschwil SG
Das Wappen zeigt einen Grünspecht. 1944 übernahm die Gemeinde das Wappen der einstigen Herren von Ganterschwil, Dienstmannen des Klosters
St. Johann im Thurtal.

Montpreveyres VD
Mointpeveyres war einst ein Priorat, das dem Kloster vom Grossen St. Bernhard unterstand. Die beiden Säulen im 1927 angenommenen Wappen erinnern an diese Beziehung. Die Nachtigall über den Säulen bezieht sich auf den Übernamen der Einwohner des Dorfes.

Sorengo TI
Der alte Kastanienbaum ist eine Erinnerung an die im Ort stattgefundenen Tal-Versammlung. Die vier Rotkehlchen beziehen sich auf den Spitznamen
"Picitt" der Einwohner, aber auch auf die Geburtsklinik und das Kinderhospiz, wo die Kinder ihre Jugendzeit üppiger und unbeschwerter als anderso
verbringen durften.

Chardonne VD
Das Wappen taucht bereits im 18. Jahrhundert auf und ist mit den drei Disteln und den zwei Distelfinken gleich doppelt redend (chardon = Distel).

Corcelles-sur-Chavornay VD
Das 1923 angenommene Wappen verweiste mit den sieben Schwalben auf den Spitznamen der Einwohner.

Montagniola TI
Auch in diesem Wappen spielt die Eule auf den Spitznamen "Scigùett" für die Dorfbewohner an. Der Zirkel in den Fängen der Eule erinnert an die zahlreichen
Künstler und Ingenieure, die im Dorf geboren wurden und die der Heimat im In- und Ausland Ehre ewiesen.

Pfäfers SG
1932 übernahm die Gemeinde das Wappen des ehemaligen Klosters Pfäfers. Auch hier spielt das Wappenmotiv, die auffliegende Tube mit dem
blutbefleckten Span im Schnabel, auf die Gründungslegende an. Gemäss dieser wollte der heilige Pilgrim in der Gegend von Landquart ein Kloster gründen.
Als die Arbeiter die Bäume fällten, hieb sich einer von ihnen unglücklicherweise ins Bein. Während sich die Mönche um den Verletzten kümmerten, flatterte
plötzlich eine schneeweisse Taube herbei, hob einen blutbespritzen Holzspan auf und flog davon. Die Mönche folgten ihr und fanden sie wieder im Taminatal,
wo sie sich auf einem Baum niedergelassen hatte. Der heilige Pilgrim sah das als Zeichen Gottes an und beschloss, das Kloser an dieser Stelle, da wo das
heutige Pfäfers liegt, zu bauen.

Colombier NE
Im Wappen befinden sich zwei Tauben als redendes Element (colombe = Taube). Die Stadt übernahm im 18. Jahrhundert das Wappen der Herren von
Colombier.

Faoug VD
Dieses Wappen erscheint bereits auf einem Gemeindesiegel von 1713. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein redendes Wappen. Der deutsche Name
des Ortes ist "Pfauen". Das zweite Wappenmotiv, die Buche, erinnert an den französischen Namen, den einige Etymologen vom lateinischen fagus ableiten.
Das Wappen wurde 1913 offiziell angenommen.

Essertes VD
1921 nahm die Gemeinde ein Wappen an, dessen entwurzelter Baumstamm an den Ursprung des Ortsnamens erinnert: Essertes leitet sich vom
altfranzösischen "essarts" ab, was "gerodetes Land" bedeutet. Tatsächlich rodeten im 12. Jahrhundert Mönche von Hautcrêt Land und errichteten einen
Klosterhof. Der Kuckuck verweist auch hier auf den Spitznamen der Einwohner.

Wattenwil BE
Die Gemeinde wählte 1927 ein Wappen, das sich an des der alteingesessenen Berner Familie "von Wattenwyl" anlehnt. Dieses Wappen zeigt anstelle
eines Vogels drei Flügel. Flügel sind in meheren Gemeindewappen zu sehen, oft sind zwei Flügel einander zugewandt dargesellt, aber auch einzelne
Flügel, oft in Verbindung einem weiteren Motiv, zu sehen. Ausser dem Flügel gibt es auch Wappen mit anderen Einzelteilen wie z. B. Kopf, Fuss (Fang),
usw.