Astano
Eine alte Flagge zeigt eine Ziege und erinnert an die einstigen Herden,
die auch den Spitznamen "Cavri" (= Ziegen) einbrachte. Die beiden
Münzen beziehen sich auf die Goldminen, die 1785 erwähnt wurden.
Miglieglia
Das Wappen bezieht sich auf die charakeristische Vegetation der Region
mit den zahlreichen Eichen, Walnuss- und Kastanienbäumen.
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Bedigliora
Das überlieferte Wappen spielt auf die Spitznamen der Bevölkerung der Region
an: "Ciod" (= Nägel) und bezieht sich Einwohner von Bedigliora, "orock"
(=Krallen) auf die Einwohner des Weilers Banco. Das Wappen findet sich am
Rathaus und auch an anderen Gebäuden.
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Curio
Das Wappen leitet sich vom Spitznamen "Lüf" (= Wolf) ab. Die
ältesten Wappen ist am Brunnen am Marktplatz (1855) und auf der Flagge der
Kapelle zu sehen.
Novaggio
Die Sonne verweist auf das günstige Klima der Gegend. Die Elster spielt auf
den Spitznamen der Einwohn er an, denn disese geltan als besonders
gesprächig.
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Die Gemeinde
schrieb für das Wappen einen öffentlichen Wettbewerb aus. 73 Teilnehmer
reichten ihre Vorschläge ein, die von einer Jury bewertet wurden. Die besten
drei Vorschläge wurden den Einwohnern zur Wahl vorgelegt. Mit Abstand
erhielt dias Wappen "Die Schwalbe zwischen Himmel und Natur" am meisten
Stimmen. Das gewählte Wappen symbolisiert den Aufstieg zum Monte Lema,
einem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Region. Nach diesen benennt sich
die fusionierte Gemeinde. Die Farben beziehen sich auf die üppige Natur und
das günstige Klima. Die Sterne sind eine Hommage an die fünf
Gründungsdörfer. Die das Wappen dominierende Schwalbe soll die Verbundenheit
zur Heimat und auch die Gleichheit der Bürger symbolisieren.
Die Jury hat
drei Wappen auserkoren und die Einwohner haben davon das Beste ausgwäht. Es
ist grafisch sehr gut gestaltet. Die heraldischen Regeln sind nicht
grundsätzlich verletzt, aber doch leicht strapaziert. Nach den Regeln
sollten die Figuren (Schwalbe und Sternen-Reihe) in der Schild- bzw. der
Feldmitte platziert sein. Für die grafische Ausgewogenheit sind die Schwalbe
und auch die Sternenreihe etwas verschoben.
Im Vergleich
mit den meisten Fusionswappen im Tessin überzeugt es ausgezeichnet.
Interessant ist die "Rückwärts-Orientierung", die sicher nicht absichtlich
gewählt wurde. In der Heraldik entsprechen "links" und "rechts" nicht der
allgemeinen Gewohnheit, sondern auf das Objekt (das Wappen) bezogen. Bei
einem Fahrzeug, das hauptsächlich für die Vorwärtsbewegung konstruiert ist,
spricht man ganz klar von der linken und rechten Seite, unabhängig von
welcher Seite aus man hinschaut. Im Mittelalter, also zur Entstehungszeit
der Wappen, wurde der Schild links und die Lanze oder das Schwert rechts
getragen. Somit war es logisch, dass die Tiere auf dem Schild (= Wappen)
ebenfalls vorwärts schreiten, also in den Kampf.
Blasonierung:
Schräglinks geteilt von Gold und
Grün, belegt von einer schwarz-weissen, nach links fliegenden Schwalbe über
fünf goldenen, fünfstrahligen Sternen, schräglinks angeordnet.
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Exkurs: Die Vogelwelt
(Ornithologie) in der
Heraldik
Die Vogelwelt ist mit ihren Arten in den
schweizerischen Gemeindewappen sehr gut vertreten.
Nach dem Löwen ist der Adler das am
häufigsten gewählte Wappentier. Der Adler ist in der Schweiz auf 90
Gemeindewappen vertreten. Im alten Griechenland und im
Römischen Reich galt der Adler als Ausdruck der Unsterblichkeit der
menschlichen Seele und der irdischen Macht. Im Wappen- wesen unterlag
der Adler einer starken Stilisierung. Er wird auffliegend und von vorne,
den Kopf zur Seite gewendet, dargestellt.

Copyrihgt: Wolfram Riech
Da man im Mittelalter dem Adler vorzügliche
Eigenschaften nachrühmte, nahmen ihn bald viele Fürsten zu ihrem
Wappenbild, z. B. die deutschen Könige, die Herzöge von Bayern,
Schlesien und Österrreich, die Könige von Polen, die Grafen von Tirol
und die Markgrafen von Brandenburg. Eine besondere Form ist der
Doppeladler mit zwei Köpfen. Ab 1410 nahm der römisch-deutsche Kaiser
den Doppeladler als Wappenbild an. Der Doppeladler galt seither bis
zur Auflösung 1806 als Symbol des Reiches. In dieser Funktion wurde das
Adlerwappen über die Wappen der eidgenössischen Stände gesetzt, zum
Zeichen der Reichsunmittelbarkeit. Der Doppeladler wurde aber auch von
der Republik Österreich bis 1938 verwendet. Ebenso führten ihn die
russischen Zaren als Rechtsnachfolger der byzantinischen Herrscher im
Wappen (Gert Oswald, Lexikon der Heraldik, 1984, Seite 25).
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Kirchberg SG
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Meiringen BE
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Schlatt ZH
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Aigle VD
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Courrendlin JU
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Habkern BE
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Gruyères FR
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Boniswil AG
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Vella GR (2013 zu Lumnezia) |
Bütschwil SG (2013 zu Bütschwil-Ganterschwil) |
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Oberentfelden AG
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Oetwil am See ZH
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Gänsbrunnen SO (2021 zu Welschenrohr-Gänsbrunnen) |
Gampelen BE
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Vellerat JU (2019 zu Courrendlin) |
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Finsterhennen BE
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Enges NE (2025 zu Laténa) |
Einsiedeln SZ
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Agriswil FR (2005 zu Ried bei Kerzers) |
Ganterschwil SG (2013 zu Bütschwil-Ganterschwil) |
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Montpreveyres VD
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Sorengo TI
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Chardonne VD
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Corcelles-sur-Chavornay VD (2017 zu Chavornay) |
Montagnola TI (2004 zu Collina d'Oro) |
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Pfäfers SG
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Colombier NE (2013 zu Milvignes) |
Faoug VD
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Essertes VD
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Wattenwil BE
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Kirchberg SG: Übernahme des ursprünglichen
Wappen der Grafen von Toggenburg, das 1303 durch die "Dogge" im
Schildbild ersetzt wurde. Auf dem Gebiet der Gemeinde Kirchberg
befindet sich der Stammsitz des Geschlechtes, die heutige Ruine
"Alt-Toggenburg". Die Wappensymbole Löwe und Adler symbolisieren
Kühnheit und Kraft (Löwe) sowie Zähigkeit (Adler) als
Charaktereigenschaften.
Meiringen BE
Übernahme des Wappens des Amtsbezirks Oberhasli. Meiringen ist
der Hauptort dieses Amtsbezirks. Das Symbol der Reichsfreiheit,
der gekrönte Adler, erscheint bereits auf einem Siegel des
Reichslandes Hasli von 1296.
Schlatt ZH
Die Gemeinde führt das Wappen der Herren von Schlatt, die seit
1180 als kyburgisch-habsburgische Dienstleute bis um 1300 den
Burgturm in Unterschlatt bewohnten und im 14. Jahrhundert auf
der Moosburg bei Effretikon hausten. Der älteste Nachweis des
Wappen ist ein Siegel an einer Urkunde von 1270. Die älteste
farbige Darstellung ist auf der um 1340 entstandenen Zürcher
Wappenrolle zu sehen.
Aigle VD Dieses redende
Wappen mit Bezug zum Namen (aigle = Adler) lässt sich bis in 15.
Jahrhundert zurückverfolgen. Die Verwandtschaft zun den Wappen savoyischer Beamten ist spekulativ. Deren Motto lautete "Es
fliegt geradeweg zum Ziel mit Wissen und Gerechtigkeit".
Courrendlin JU Das Wappen zeigt einen
Falken. Im Mittelalter gehörte die Beizjagd mit abgerichteten
Greifvögel, hauptsächlich Falken, zu den feudalen Jagdvergnügen.
Friedrich II verfasste zwischen 1241 und 1248 ein Lehrbuch über
die Falknerei, das noch heutigen Ansprüchen genügt. Die Gemeinde
übernahm das Wappen der Edlen von Courrendlin 1944.
Habkern BE Das Wappen zeigt einen Habicht in
natürlicher bzw. unheraldischer Darstellung. Das Motiv bezieht
sich auf den Gemeindenamen und ist somit redend. Die älteste
bekannte Darstellung findet sich auf einer gamalten Scheibe von
1674.
Gruyères FR Der Kranich (auf
französisch "grue") ist das redende Wappenmotiv und geht auf die
Grafen von Greyerz (11. Jahrhundert - 1555) zurück. Das
Wappentier, der Kranich, ist auf 20 Gemeindewappen vorhanden.
Siehe Exkurs bei der Fusion von Bas-Intyamon:
LINK
Bonsiwil AG Das Wappen zeigt eine
Sumpfschnepfe. Die älteste Darstellung mit der Schnepfe ist auf
einem Gemeindesiegel von 1811 zu sehen. Boniswil liegt am
oberen Ende des Hallwilersees und ist damit auch ein Gebiet mit
einer reichhatigen Vogelwelt.
Vella GR
Das Wappen zeigt einen Pelikan, der drei Junge füttert. Der
Pelikan, der mit dem Schnabel seine Brust zerfleischt um mit
seinem Blut die Jungen zu füttern, ist ein Synbol für den
Opfertod Christi, vielfach aber auch als solches für die
christliche Kirche überhaupt. Das Wappen verweist auf die alte
Kirche zu Pleif, die Mutterkirche für die ganze Talschaft
Lugnez.
Bütschwil SG Das Wappen zeigt
zwei sich umschlingende Schwanenhälse. Die Gemeinde übernahm
1920 das Wappen der Herren von Holzhausen, Ministerialen der
Grafen von Toggenburg im 14. und 15. Jahrhundert.
Oberentfelden AG Das Wappen zeigt eine
schwimmende Ente. Die mittelalterliche Bezeichnung Endiveld
bedeutet "die Lage des Dorfes am Ende des Feldes". Damit war
aber für eine bildliche Symbolik wenig anzufangen. Damit behalf
sich der Volksmund mit dem Fantasienamen "Entenfeld" und so kam
die Ente ins Wappen. Erstmals erscheint das Wappenmotiv 1793
auf drei Abendmahlkannen.
Oetwil am See ZH
Der Storch ist heute nur noch am benachbarten Lützelsee und am
Greifensee regelmässiger Gast, war es aber in früherer Zeit wohl
auch am Zürichsee. Weder bei der Abtrennung von der
Mutterkirche Egg (1776) noch bei der Loslösung von der
politischen Gemeinde Stäfa (1794/95) legte sich Oetwil ein
Wappen zu. Erst nach 1836 erscheint ein bescheidenes Störchlein
unter dem Zürcher Schild auf dem Gemeindesiegel. Um die
Jahrhundertwende kommt der Storch in voller Grösse in den
Gemeindestempel.
Gänsbrunnen SO 1941 wählte Gänsbrunnen ihr redendes Wappen: Drei Gänse.
Gampelen BE Die Rohrdommel, "Moostier"
genannt, ist der charakteristische Vogel des Grossen Mooses.
Dieses Motv wird schon 1780 für Gampelen erwähnt.
Vellerat JU Vellerat, das vor der
Kantonsgründung zum Kanton Bern gehörte, zeigt einen Hahn im
Wappen. Dieser ist eine Anspielung auf den Spitznamen
"Poulants" und bedeutet so viel wie junge Hähne.
Finsterhennen BE Die Gemeinde führt eine schwarze
Henne im Wappen. Dieses redende Wappen wurde schon seit dem Ende
des 18. Jahrhunderts verwendet. Das heutige Wappen wurde 1938
eingeführt.
Enges NE Der Auerhahn und
die Landschaft im Wappen beziehen sich auf die Topografie und
Fauna der Region. Das Wappen wurde 1889 eingeführt.
Einsiedeln SZ Die zwei schwarzen Raben stammen
aus dem Klosterwappen, das rote Schildfeld bezieht sich auf die
Zugehörigkeit zum Kanton Schwyz. Gemäss der
Gründungsgeschichte des Klosters zog der Reichenauer Eremit
Meinrad in die Gegend des heutigen Klosters. 861 wurde er von
zwei Landstreichern erschlagen. Meinrad soll gemäss der
Legende zwei zahme Raben gehalten haben, die den Mördern bis
nach Zürich folgten, wo sie der Gerichtsbarkeit übergeben
wurden. In der Mitte des 13. Jahrhunderts fanden die beiden
Raben Eingang ins Klosterwappen.
Agriswil FR
Das Wappen mit der Elster ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt.
Über Herkunft und Bedeutung ist nichts bekannt.
Ganterschwil SG Das Wappen zeigt einen Grünspecht.
1944 übernahm die Gemeinde das Wappen der einstigen Herren von
Ganterschwil, Dienstmannen des Klosters St. Johann im
Thurtal.
Montpreveyres VD
Mointpeveyres war einst ein Priorat, das dem Kloster vom Grossen
St. Bernhard unterstand. Die beiden Säulen im 1927 angenommenen
Wappen erinnern an diese Beziehung. Die Nachtigall über den
Säulen bezieht sich auf den Übernamen der Einwohner des Dorfes.
Sorengo TI Der alte Kastanienbaum ist eine Erinnerung an
die im Ort stattgefundenen Tal-Versammlung. Die vier Rotkehlchen
beziehen sich auf den Spitznamen "Picitt" der Einwohner, aber
auch auf die Geburtsklinik und das Kinderhospiz, wo die Kinder
ihre Jugendzeit üppiger und unbeschwerter als anderso
verbringen durften.
Chardonne VD Das
Wappen taucht bereits im 18. Jahrhundert auf und ist mit den
drei Disteln und den zwei Distelfinken gleich doppelt redend
(chardon = Distel).
Corcelles-sur-Chavornay VD
Das 1923 angenommene Wappen verweiste mit den sieben Schwalben
auf den Spitznamen der Einwohner.
Montagniola TI
Auch in diesem Wappen spielt die Eule auf den Spitznamen
"Scigùett" für die Dorfbewohner an. Der Zirkel in den Fängen der
Eule erinnert an die zahlreichen Künstler und Ingenieure, die
im Dorf geboren wurden und die der Heimat im In- und Ausland
Ehre ewiesen.
Pfäfers SG 1932
übernahm die Gemeinde das Wappen des ehemaligen Klosters
Pfäfers. Auch hier spielt das Wappenmotiv, die auffliegende Tube
mit dem blutbefleckten Span im Schnabel, auf die
Gründungslegende an. Gemäss dieser wollte der heilige Pilgrim in
der Gegend von Landquart ein Kloster gründen. Als die
Arbeiter die Bäume fällten, hieb sich einer von ihnen
unglücklicherweise ins Bein. Während sich die Mönche um den
Verletzten kümmerten, flatterte plötzlich eine schneeweisse
Taube herbei, hob einen blutbespritzen Holzspan auf und flog
davon. Die Mönche folgten ihr und fanden sie wieder im
Taminatal, wo sie sich auf einem Baum niedergelassen hatte.
Der heilige Pilgrim sah das als Zeichen Gottes an und beschloss,
das Kloser an dieser Stelle, da wo das heutige Pfäfers liegt,
zu bauen.
Colombier NE Im Wappen
befinden sich zwei Tauben als redendes Element (colombe =
Taube). Die Stadt übernahm im 18. Jahrhundert das Wappen der
Herren von Colombier.
Faoug VD
Dieses Wappen erscheint bereits auf einem Gemeindesiegel von
1713. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein redendes
Wappen. Der deutsche Name des Ortes ist "Pfauen". Das zweite
Wappenmotiv, die Buche, erinnert an den französischen Namen, den
einige Etymologen vom lateinischen fagus ableiten.
Das Wappen wurde 1913 offiziell angenommen.
Essertes VD 1921 nahm die Gemeinde ein Wappen an,
dessen entwurzelter Baumstamm an den Ursprung des Ortsnamens
erinnert: Essertes leitet sich vom altfranzösischen "essarts"
ab, was "gerodetes Land" bedeutet. Tatsächlich rodeten im 12.
Jahrhundert Mönche von Hautcrêt Land und errichteten einen
Klosterhof. Der Kuckuck verweist auch hier auf den Spitznamen
der Einwohner.
Wattenwil BE Die
Gemeinde wählte 1927 ein Wappen, das sich an des der
alteingesessenen Berner Familie "von Wattenwyl" anlehnt. Dieses
Wappen zeigt anstelle eines Vogels drei Flügel. Flügel sind
in meheren Gemeindewappen zu sehen, oft sind zwei Flügel
einander zugewandt dargesellt, aber auch einzelne Flügel, oft
in Verbindung einem weiteren Motiv, zu sehen. Ausser dem Flügel
gibt es auch Wappen mit anderen Einzelteilen wie z. B. Kopf,
Fuss (Fang), usw.
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