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Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen |
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Gemeindefusion im Kanton Glarus: Glarus Am 12. Dezember 2008 stimmten die Stimmberechtigten über das Wappen der um die Gemeinden Ennenda, Netstal und Riedern erweiterte Gemeinde Glarus ab. Die neue Gemeinde wird ab dem 1. Januar 2011 ihre offizielle Tätigkeit aufnehmen.
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Ennenda
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Glarus
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Netstal
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Riedern |
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Glarus
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Glarus ist in der Schweiz der erste Kantonshauptort, der sich ein neues Wappen zulegt. Aus der ganzen Schweiz sind zahlreiche Beispiele vorhanden, bei denen die Stadt bzw. die grössere oder bekanntere Ortschaft ihr Wappen bei Eingemeindungen unverändert beibehielt (Aufzählung siehe Rapperswil-Jona). An der Landsgemeinde am 7. Mai 2006 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform über die Zusammenlegung zu grösseren Gemeinden abgestimmt. Gemäss Antrag der Regierung sollten die 25 Gemeinden zu 10 zusammengefasst werden. Aus dem Ring kam ein Gegenantrag, die 25 Gemeinden zu drei Gemeinden zusammenzufassen. Dem Gegenantrag wurde überraschenderweise zugestimmt. Die Regierung bestelle für die Umsetzung dieses Auftrags der Landsgemeinde verschiedene Kommissionen. Eine befasste sich mit der Vorbereitung zur Beschlussfassung über Namen und Wappen der neuen Gemeinden. Dem Landesarchivar lag sehr am Herzen, dass die neuen Wappen heraldisch korrekt entworfen werden. So lud er einen Heraldiker am 17. Januar 2008 zu einem Workshop mit den drei Projektgruppen nach Glarus. In einem Kurzvortrag erläuterte dieser das Entstehen und die Funktion der Wappen. Anschliessend erläuterte er anhand zahlreicher Beispiele von guten und schlechten Gemeindewappen aus andern Kantonen. Es scheint, dass die Projektgruppe Glarus-Mitte sich recht wenig um diese heraldische Belange kümmerte. Die Wappenvorschläge im Antrag enthielten verschiedene Unzulänglichkeiten. Der Landesarchivar beauftragte den schon im Workshop zugezogenen Heraldiker um eine Verbesserung der Wappenentwürfe. Doch die Entwürfe der Wappenkommission gelangten unverändert am 12. Dezember 2008 zur Abstimmung.
Die Wappenkommission beschreibt in ihrem Antrag das Wappen, das die grösste Zustimmung bekam, wie folgt: Durch Schrägfluss in Silber geteilt; im Schwarz / Gold gespaltenen Schildhaupt sechsstrahliger gespaltener Stern in Gold / Schwarz; im Schildfuss von Rot drei goldene, den Wellen folgende sechsstrahlige Sterne. Da wird mit heraldischen Fachausdrücken um sich geworfen, ohne diese überhaupt zu verstehen. In diesem Wappenentwurf gibt es weder Schildhaupt noch Schildfuss! Eines der wenigen Gemeindewappen mit Schildhaupt und Schildfuss ist dasjenige von Grindelwald im Berner Oberland:
Weiter deutet die Wappenkommission ihren Entwurf wie folgt: Die Farben nehmen diejenigen der vier bestehenden Wappen auf. Der Schrägfluss weist auf die Linth hin, Die vier Sterne stehen für die bisherigen Gemeinden, deren Vereinigung derjenige im Schildhaupt mit seinem verbindenden Wechsel von Schwarz und Gold ausdrückt. Der "silberne Schrägfluss mit vier Sternen" nimmt Bestehendes am Besten auf ohne sich anzubiedern und bleibt kräftig. Von den bestehenden Wappen sind zwei gespalten, zwei enthalten Sterne, zwei sind von Schwarz/Gold dominiert. Der "silberne Schrägfluss mit vier Sternen" ermöglicht deshalb am ehesten Identifikation. Die kleine Farbregelverletzung (Gold berührt Silber) erscheint vertretbar. Aussenstehende, denen der Kommentar der Kommission nicht bekannt ist, und ihn auch nicht kennen müssen, sehen im neuen Wappen nichts anderes als eine Kombination von Motiven aus den Wappen von Ennenda (Fluss), Netstal (drei goldene Sterne) und Riedern (Schwarz/Gold-Spaltung mit Stern). Glarus scheint für Aussenstehende nicht mehr vorhanden zu sein! Das Wappen ist schlecht gestaltet, wirkt zusammengestückelt und wirkt unharmonisch. Der Farbregelverstoss wurde als "vertretbar" erklärt. Die Kombination von Schrägteilung und einfacher Spaltung (halb gespalten und schräg geteilt) ist in den heraldischen Standardwerken nicht beschrieben, offensichtlich wegen der ungünstigen optischen Wirkung. Schrägteilung mit mehrfache Spaltung in einem der beiden Felder wirkt optisch etwas besser, kommt aber nur in in den Wappen der Gemeinde Ennenda und des Stadtquartiers Stettbach (Dübendorf) vor. Ein- oder mehrfache Spaltung in einem Feld eines (waagrecht) geteilten Wappens sowie ein- oder mehrfache (waagrechte) Teilung in einem Feld eines gespaltenen (senkrecht geteilten) Wappens sind möglich und in mehreren Gemeindewappen vorhanden. Hingegen sind bei der Kombination von Schrägbalken (und Schrägflüssen) mit ein- oder mehrfacher Spaltung die senkrechten Linien durch den ganzen Schild durchgehend, ausgenommen bei den bereits erwähnten Wappen von Ennenda und Stettbach. Das neue Wappen sollte die Vereinigung der vier bisherigen Gemeinden symbolisieren. In Wirklichkeit wird aber eine der vier Gemeinden unübersehbar ausgegrenzt. Wenn ein Motive, wie hier der Stern, mehrfach in ein Wappen gesetzt wird, muss er immer gleich dargestellt werden. Der eine schwarz/gelb-verschnittene Stern wirkt sowohl wortwörtlich als auch symbolisch zwiespältig. Dann befindet er sich noch in einem andersfarbigen Feld. Das Wappen zeigt deutlich, dass die drei Sterne im Feld unter dem Fluss nichts mit dem darüber gemein haben wollen. Der Verbesserungsvorschlag, der aber bei der Wappenkommission keine Gnade fand, hätte die heraldischen Mängel behoben, nicht ab die symbolischen:
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Weil Schwarz die "schwerere" Farbe ist und im Wappen das über dem Schrägfluss liegende Feld etwas mehr Platz für drei Sterne aufweist, wurden die Farben und die Anzahl der Sterne in den Feldern getauscht. Die zwiespältige Wirkung und der Farbregelverstoss sind behoben, nicht aber die Symbolik der Ausgrenzung des einen Sterns.
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Copyright by Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen In dieser Variante ist auch die Symbolik der Ausgrenzung insofern beseitigt, als sich alle vier Sterne in Feldern der gleichen Farbe befinden. Wenn man den Schrägfluss von oben herab fliessend betrachtet, markieren die Sterne die geografische Lage der Ortszentren der früheren Gemeinden links und rechts der Linth. Wappen und Flagge wirken durch die Reduktion auf drei Farben wesentlich stärker und klarer. Die rote Hauptfarbe zeigt auch die Beziehung zum Kantonswappen, was die Funktion des Kantonshauptortes unterstreichen würde. Bedauernswert ist, dass kein Wappenmotiv mit einem Bezug zur Geschichte oder Kultur gefunden wurde. Der Stern ist in der Schweiz das häufigste Motiv in Gemeinde- und Kantonswappen gemessen an der Anzahl der Wappen, die einen oder mehrere Sterne aufweisen. Somit blieb man leider auf dem Niveau der Sternchenzähler stehen. Dabei wäre ein neues Wappen gar nicht notwendig gewesen, denn üblicherweise behält die grösste Gemeinde ihr Wappen.
Nun, Glarus hat über sein neues Wappen aufgrund der Vorgaben durch die Namen- und Wappenkommission rechtmässig und demokratisch abgestimmt. Die Glarner werden mit dieser Wahl wohl zufrieden sein. Der Rest der Schweiz und auch interessierte Kreise im Ausland werden sich ihre Gedanken über diesen Schildbürgerstreich machen!
Eine Blasonierung des offiziellen Wappens ist nur beschränkt möglich: Schräg geteilt und mit gewelltem, silbernem Schrägbalken belegt; 1 gespalten von Schwarz und Gold, belegt mit sechsstrahligem Stern in gewechselten Farben; 2 in Rot drei sechsstrahlige goldene Sterne in Schrägstellung. Oder: Halb gespalten und schräggeteilt von Schwarz, Gelb und Rot, belegt mit weissem Schrägfluss; über dem Schrägfluss ein sechsstrahliger Stern in gewechselten Farben; unter dem Schrägfluss drei sechsstrahlige gelbe Sterne in Schrägstellung angeordnet.
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Wertung des offiziellen
Wappens: Schlecht
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