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für die Wertung

 

 

Gemeindefusion im Kanton Wallis: Riederalp

Im Jahr 2004 vereinigen sich die drei Gemeinden Goppisberg, Greich und Ried-Mörel zur neuen Gemeinde Riederalp:

 

 

Goppisberg

 

Greich

 

 

Ried-Mörel

 

 

 

Riederalp

 

 

Die Gemeinde, die auf dem Gebiet des UNESCO-Weltnaturebes Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn liegt, zeigte bis 2009  kein Interesse für ein neues Wappen. Vorschläge wurden konsequent abgelehnt. Der Internet-Auftritt der Gemeinde zeigte die drei bisherigen Wappen in quadratischer Form (Flaggenformat).

Folgende Vorschläge wurden den Behören vorgelegt:

 

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Der Eiskristall, ein uraltes Symbol, versinnbildlicht den Aletschgletscher. Die drei Sterne stehen für die drei früheren Gemeinden. Der Eiskristall wird auch in der modernen Welt verwendet auf Gefahrensignalen im Strassenverkehr und bei Geräten der Kältetechnik (Gefrierschränke). Der Eiskristall vermag den Gletscher besser zu symbolisieren als die heraldischen Zeichen für Gewässer.

 

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Bei allen drei Wappen der früheren Gemeinden sind die Farben Blau und Gelb vorhanden. Das kann mit den gelben Sternen zusätzlich zum Ausdruck gebracht werden. In diesem Fall ist die zusätzliche Farbe eine Bereicherung des Wappens, was aber eher eine Ausnahme ist.

 

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Durch das Einfügen eines Schildhauptes mit einem Farbwechsel kann ein ähnlicher Effekt erreicht werden.

 

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Diese Variante lehnt sich an das Kantonswappen an, dessen Schild auch gespalten ist.

 

Um 2008/2009 bemühte sich die Gemeinde dann doch um ein Wappen. Dieses zeigt nun als Hauptmotiv den Aletschgletscher als gewellten Pfahl. Ein gewellter Pfahl, aber auch ein gewellter Balken oder Schrägbalken, symbolisiert in der Regel einen Fluss oder in eher selteneren Fällen einen Wasserfall. Die beiden Linien innerhalb des Wellenpfahls markieren die typischen Moränen, aber das wird in der Fachsprache der Heraldik nicht besonders erwähnt (siehe dazu auch die offizielle Blasonierung des Aargauer Kantonswappens). Weiter ist festzuhalten, dass im Wappen von Riederalp der gewellte Pfahl als Symbol für den Aletschgletscher in einer S-Form und etwas breiter als üblich dargestellt ist, was dem realen Erscheinungsbild sehr nahe kommt. Nur ist in der Heraldik die Anzahl der Windungen eines gewellten Pfahls oder eines gewellten Balkens nicht vorgeschrieben. Jedenfalls werden diese Motive mit mehr als zwei Windungen oder Wellen dargestellt.

Im Schildhaupt befinden sich zwei blaue Berge, die den heraldischen Regeln nicht gerecht werden. Korrekterweise müsste jede der beiden Spitzen vollständig symmetrisch in das Schildhaupt gesetzt werden. Grundsätzlich sollte das Schildhaupt eine andere Farbe als der Schild aufweisen, was hier tatsächlich zutrifft. Aber durch die zwei blauen Berge grenzt nun Blau an Blau. Das entspricht zwar den geografischen Gegebenheiten, denn der Gletscher bildet sich im Konkordiaplatz, der auf drei Seiten von Bergen umrahmt wird. Die drei Sterne, welche die drei früheren Gemeinden symbolisieren, sind fünfstrahlig. Das ist an sich nicht zu beanstanden. Allerdings sind in der deutschsprachigen Schweiz die Sterne mehrheitlich sechsstrahlig.

Die Beschreibung in der heraldischen Fachsprache wird wegen den beschriebenen Mängel umständlich und vor allem die Beschreibung des Gletschers stösst an Grenzen. Die Blasonierung dient dazu, dass ein Heraldiker das Wappen korrekt darstellen kann, ohne es je zuvor gesehen zu haben. Diese Fachsprache entwickelte sich bereits im Mittelalter und ist im Prinzip wohl die älteste informatiktaugliche Kodierung. Nun, die korrekte Darstellung der beiden Berge im Schildhaupt und vor allem der gewellte Pfahl dürften aufgrund der Blasonierung kaum möglich sein. Wer die örtlichen Verhältnisse kennt, bringt das neue Wappen von Riederalp zweifellos mit dem Aletschgletscher in Verbindung. Alle andern Menschen werden das Wappen kaum verstehen und mit einem Gletscher in Verbindung bringen, was ausserordentlich zu bedauern ist.

Blasonierungsversuch des offiziellen Wappens: in Blau ein gewellter weisser Pfahl, im gelben Schildhaupt über zwei erniedrigten blauen Spitzen, die gegen die Mitte hin so verschoben sind, dass sie sich teilweise überschneiden, überhöht von drei fünfstrahligen roten Sternen.

 

 

Wertung: Schlecht 

 

Zur nächsten Gemeindefusion: Rovray VD